Hard-Fi
Hard-Fi sind Produkte ihrer Umwelt. Was heißt
das? Das heißt: Ödnis, Langeweile, nichts zu tun und kein
Geld. Alle vier Bandmitglieder kommen aus Staines in West-London.
Zu dicht an der Stadt, um ihren Verlockungen nicht zu erliegen, zu
weit weg um mal eben hinzufahren. „Hier gibt’s keinen
Plattenladen, keinen Klamottenladen, keinen Club, keinen Nachtbus,
keine Spätzug, gar nix. Wenn Du abends in Central London warst,
musst Du mit nem Taxi zurück, das kostet 80 Pfund.“
Damit dürfte schon mal klar sein, woher Hard-Fi ihre Energie
nehmen.
Hard-Fi sind aufgewachsen mit Curtis Mayfield, Lee Perry, den Stones,
The Clash, Dexys Midnight Runners, Happy Mondays und Dre. Der perfekte
Soundtrack dafür, Freitag abends mit frischen Adidas an den
Füßen loszufahren und am Dienstag in völliger Auflösung
begriffen gleich neben der M4 aufzuwachen. Damit dürfte dann
klar sein, warum Stars of CCTV so undefinierbar zwischen Rock, Pop,
Soul und mehr klingt.
Debut-Album "Stars of CCTV"!
Ihr Debut Stars Of CCTV nahmen Hard-Fi in ihrem eigenen Studio Cherry
Lips in einer ehemaligen Taxizentrale mitten in Staines zusammen mit
ihrem Producer Wolsey White (“The Phil Spector of lo-fi“-Kerrang!)
auf. Ihre erste Single Cash Machine wurde von mehreren britischen
Magazinen als „Track of the Week“ gelobt, irgend jemand
schrieb: „HARD-FI sprechen die Herzen und Seelen der britischen
Jugend treffender an, als eine Million Fat Toms von Keane es je könnten“,
angeblich soll Rick Rubin angerufen haben, um das Album als groundbreaking
zu bezeichnen. Auf jeden Fall sollte man Hard-Fi nicht unterschätzen,
denn ihre furztrockene Melange aus Punkattitude und Popfeeling hat
das Potenzial, weit über die Grenzen der Insel hinaus Wirkung
zu zeigen. Und die Jungs besitzen ein Maß an Frechheit, das
für gewöhnlich Türen öffnet: „Ich will
Erfolg haben,“ so sagt nämlich Sänger Richard
Archer. „Wir stehen nicht in Konkurrenz mit The Killers
und Razorlight – im Gegenteil, ich finde sie sehr cool –
sondern mit Eminem.“
Das die Chancen dafür gar nicht mal so schlecht stehen, beweisen
sie dir in diesen 3 Tracks bei Xtaster:
1.
Cash Mashine
2.
Middle Eastern Holiday
3.
Tied Up Too Tight
Nach einem gescheiterten Versuch, in London mit einer Band namens
Contempo Fuß zu fassen, kehrte Archer Anfang des Jahrtausends
nach Staines zurück. Angesichts der Ödheit nahm sein Songwriting
einige zynische und dunklere Züge an und wurde prägend
für Hard-Fi, die er Anfang 2002 um sich versammelte: Steve
Kemp kam über den ehemaligen Producer Contempos zur Band, Gitarrist
Ross Phillips arbeitete in einem Hi-Fi-Laden, in den Richard immer
unter dem Vorwand auftauchte, Equipment kaufen zu wollen, wenn er
eigentlich nur seine Demos auf den besten Anlagen hören wollte.
Bassist Kai Stephens stieß zur Band, nachdem er seinen Job
bei Rent-O-Kill geschmissen hatte, weil er „vom dauernden
Sterben“ angekotzt war.
Die Raummiete für die Aufnahmen betrug ca. 300 Pfund, einen
gebrauchten Computer gab’s fast umsonst, und fertig war Stars
of CCTV – ein Do it yourself-Meisterwerk. Eine innovative
Post-Milleniums-Horrorlandschaft vom Feinsten.
Insgesamt eine prima Mischung, die HARD-FI da präsentieren,
und so ganz weit weg von affigem BritPop-Getue oder schmalzlastiger
Augenwischerei.
Stattdessen: Wut aus der Vorstadt. So muss es sein. Trag' dich ins
Fanteam ein!

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