Head
Automatica
Glassjaw-Mastermind auf neuen Pfaden!?
Schon seit einiger Zeit macht in den USA
und in der europäischen Importszene ein Name die Runde, der
bald auch an der Oberfläche des Musikgschehens für eine
höchst eigenständige Form moderner Rockmusik stehen dürfte:
HEAD AUTOMATICA.
Das Brainchild von Glassjaw-Lead-Vocalist Darryl Palumbo und Producer
Dan The Automator Nakamura hat diesen verteufelt guten Ruf allemal
verdient.
Album "Decadence"!!
Zuallererst: Head Automatica klingen nicht wie Glassjaw mit ausgetauschter
Begleitband. Head Automatica klingen nach Head Automatica –
was ja nicht das Normale ist, wenn gerade der Sänger einer
Band ein zweites Projekt aufzieht. Head Automatica sind allerdings
einige Soundkilometer vom Krachgitarren-HighSpeed-Punkrock Glassjaws
entfernt. Palumbo selbst bezeichnet Head Automatica als „dunkel
und futuristisch, mit einem Hauch Garage und Dance drin.“
Eine Beschreibung, der man nicht zwangsläufig etwas hinzufügen
muss. Auf Decadence krachen Melodien, verhältnismäßig
klare Sounds bestimmen Bild; da wird es sogar funky, es gibt ein
paar Löffelchen Elektronik und Palumbos Vocals brillieren mit
schöner Transparenz und einer persönlichkeitsstarken Stimme.
Die zumeist im Midtempo gehaltene Musik lässt ihm ganz andere
Freiheiten, und die nutzt er aus vollem Herzen aus.
„Ich schreib schon lange auch elektronische Musik,“
merkt Palumbo an. „Ich wusste immer, dass das nicht zu Glassjaw
passt, und irgendwann kam die Zeit, als ich anfing Leute zu suchen,
mit denen ich daran arbeiten könnte. Ich stand schon immer
ziemlich auf Dan The Automator, also habe ich ihn gefragt, ob er
Lust hätte, und das passte gut zusammen. In kürzester
Zeit wurde er vom Produzenten zum voll involvierten Kollaborateur.“
Check die Videos zu "Beating Heart, Baby" und "At
The Speed Of A Yellow Bullet" vom Album "Decadence":
Beating Heart, Baby (Video) 56k
/ DSL
At The Speed Of A Yellow Bullet (Video)
Media
Player
Mit Dan „The Automator“ Nakamura hat sich Palumbo durchaus
einen fähigen Mann ins Boot geholt, arbeitete dieser doch,
nachdem er 1996 seine eigene Formation Dr Octagon aus der Taufe
gehoben hatte, mit namhaften Kollegen zusammen: Primal Scream, Eels,
DJ Krush, Cornershop und die Jon Spencer Blues Explosion findet
man in seiner Referenzliste. Zudem war er an Damon Albarns Gorillaz-Projekt
beteiligt, warf vor etwa einem Jahr das Mix-Album Wanna Be A Monkey
auf den Markt und ist eine Hälfte des Duo-Projects Handsome
Boy Modeling School. In seinem Studio, der Glue Factory in San Francisco,
entstand Decadence, das im Line-Up übrigens auch Glassjaw-Drummer
Larrry Gorman führt. Für Dan, der bislang vor allem für
seine Big Beats bekannt war, eröffnet Head Automatica ebenfalls
neue Wege. Es wird also ebensowenig eine zweite HBMS-Auflage geben
wie eine Glassjaw-Kopie.
Dalumbo selbst singt, spielt Bass und Gitarre auf dem Album. Jüngst
wurde die Band mit Jim Greer (kb), Josh Holden (b), Craig Bonich
(g) und Brandon Arnovick (g) für Live-Bedingungen ergänzt.
Palumbo formierte Head Automatica, nachdem Glassjaw von der 2002er
Van Warped-Tour zurückgekommen waren. Seitdem bewies sich die
Band ebenfalls als herausragende Live-Band mit dem unbedingten Wille
zur Bühne.
All jene, die von durchkonstruiertem Formalrock und Normgarage gerade
die Nase voll haben, sollten schleunigst dem Fanteam beitreten.
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