Simple
Plan
Wer immer noch darüber diskutiert, was Punk ist,
wo er anfängt und aufhört, wer sich Punk nennen darf und
wer nicht, wird sich seine Meinung über Simple Plan schnell
gemacht haben. Wer Simple Plan einfach als eine gute und schnelle
Band betrachtet und Freude an straighten Sounds und rasanten Songs
hat, der wird sich an einer solchen Diskussion wahrscheinlich gar
nicht erst beteiligen, sondern Still Not Getting Any... einlegen,
aufdrehen und abgehen. Lassen wir doch die Schubladen und Labels
einfach mal außen vor und nehmen Simple Plan als eine Band,
die Freude an klasse Songs hat und auf der Bühne eine Hölle
an Formel-1-Gitarrenracing lostritt.
Simple Plan. Auf dem nordamerikanischen Kontinent die derzeitigen
Lieblinge der College-Radios und Highschool-Absolventen, sahnten
gerade in den vergangenen Monaten reichlich ab. Mit fast zwei Millionen
verkaufter Exemplare und einer Position 35 in den Billboard top-200
für ihr Debüt-Album No Pads, No Helmets, Just Balls wurden
sie zu einer unübersehbaren Größe des Musikgeschehens.
Von Rancid bis Aerosmith haben sie bisher mit allen möglichen
Bands die Bühne geteilt, dreimal waren sie mit auf der Vans
Warped Tour dabei (davon zweimal als Headliner) und viermal wurden
sie für die MTV Video-Awards nominiert – nicht schlecht
für eine Band, die es gewohnt war, in Daddys Kombi auf Tour
zu gehen.
New Album "Still Not Getting Any..."!!
"Songs über Autos und Parties sind nicht so mein Ding,“
erklärt Chuck. „Es muss mich schon ein bißchen
schütteln, damit ich’s gut finde.“ Und schütteln
tut das Album Still Not Getting Any..., dass es eine Freude ist.
Crazy erzählt von den Unsicherheiten, die man als Mensch in
seinem Alltag so durchzustehen hat, während Perfect World versucht,
an einem Verlust irgendetwas Gutes zu finden.
Aber auch, wenn Still Not Getting Any... locker und extrem entspannt
klingt, einfach war es nicht. Nachdem Simple Plan vo kurzem ihre
erste Headliner-Tour mit MxPx abgeleistet hatten, setzten sich Chuck
und Pierre drei Monate zusammen und warfen eine Idee nach der anderen
auf den Haufen. Die meisten verschwanden wieder in der Versenkung,
aber der Rest fügte sich fast wie von selbst zusammen. Pierre:
„Perfect World war die erste wirklich gute Nummer, und
von da an rauschte es wie ein Wasserfall heraus.“
Hiert kannst du in 3 Songs vom Album reinhören und dir
das Video zu "Shut Up" anschauen:
1.
Shut Up
2.
Perfect World
3.
Me Against The World
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Shut Up Videoclip ----
Mit Bob Rock (Metallica, Mötley Crüe, Bon Jovi) ging es
dann ins Studio: Und mit einer einzigen Vorgabe: Sich nicht auf
Punk zu beschränken, der absurderweise mittlerweile mehr Regeln
besitzt als irgend jemand noch nachvollziehen kann.
„Die erste Scheibe sollte damals eine reine Pop-Punk-Platte
werden,“ erklärt Chuck. „Und auf Still
Not Getting Any... haben wir uns ganz einfach keine Gedanken darüber
gemacht. Wir wollten nur gute Songs machen.“ Und Pierre
ergänzt: „Warum solltest du dich als Künstler
irgendwelchen Beschränkungen unterwerfen? Stell dir vor, du
seist ein Maler: Entscheidest du dich für vier oder fünf
Farben, oder nimmst du alle, die dir zur Verfügung stehen,
um das bestmögliche Bild zu malen?“
Nun gut, man wird Still Not Getting Any... wahrscheinlich nicht
gerade im TripHop-Regal finden, aber es gibt ein paar Überraschungen
auf dem Album. Seien es die subtilen aber kraftvollen Zwischenteile
bei Shut Up oder der coole Drumloop auf Perfect World, die hübsche
Streichersektion und feinen Texte auf Untitled oder die epischen
Geigen auf One. Und Thank You zieht bewusst einen Bezug zu Chris’
und Pierres Vergangenheit bei Reset.
Wie auch immer, obwohl Still Not Getting Any... sich stilistisch
von Vorgänger unterscheidet, bleibt man doch innerhalb des
ursprünglich gesteckten Rahmnes, und das aus gutem Grund. Stinco:
„Das wichtigste sind für uns die Fans und die Verbindung
zu ihnen. Sie sind diejenigen, die uns voranbringen. Ohne unsere
Fans würde ich wahrscheinlich in einem 9 to 5-Job arbeiten.
Genau das, was ich hasse“.
Am Ende spricht die Band am besten durch ihre Texte, und wenn Bouvier
in Shut Up singt: Nothing you say today will ever bring me down,
ist das keine kalkulierte Rebellion, sondern die blanke Wahrheit.
Trag' Dich in das Fanteam ein und supporte die Band!

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