The
Used
Wunderbare Nachrichten für alle Fans von Bert Mc Cracken & Co., denn The Used wurden jüngst für die kommende Taste Of Chaos bestätigt und werden demnach hier einen Stop einlegen:
17.08.2007 Highfield Festival
12.11.2007 Köln, Palladium
13.11.2007 Saarbrücken , E-Werk
15.11.2007 München , Zenith
Da hat's aber jemand ordentlich krachen lassen in letzter Zeit:
Mit ihrem durchschlagenden Debüt-Album setzten The Used einen
Felsbrocken von einem Meilenstein in die Landschaft, der weder jenseits
noch diesseits des Ozeans zu übersehen war. Annähernd
1 Million verkaufte Exemplare allein in den USA, dazu erdbebenartige
Live-Erfolge auch bei uns, die innerhalb kürzester Zeit zu
Konzertverlegungen in größere Hallen und einer begeisterten
Fancrowd führte. Visions erkor das Debüt zur Platte des
Monats, Uncle Sally’s übertitelte ihre Rezi salopp mit
dem Slogan Band des Jahres. Und das lag mit Sicherheit nicht an
der Liaison des Sängers Bert mit Ozzy-Schätzchen Kelly
Osbourne, sondern an seiner unfassbaren Energie und einem Organ,
das Wände wackeln ließ. In der Tat empfahl selbst Brigitte
YoungMiss ihren Leserinnen das Mitsingen: „CD einlegen und
alles rausbrüllen – das hilft.“
Nun, die Affäre mit Kelly ist durch, die Anfangswirrungen ausgestanden
und die Jungs haben sich mit über 600 Live-Gigs in 18 Monaten
einiges an Souveränität und Erfahrung raufgeschafft. Jetzt
wird’s Zeit für den Nachfolger In Love And Death –
der sich in den USA auf Anhieb auf die 6 der Billboard Top-200 brüllte.
Das neue Album "In Love and Death"!!!
Reibung heißt der Motor der Band aus Orem im Mormonenstaat
Utah, und Reibung ist das, was die Songs von In Love And Death den
Ohren antun. Dabei entsteht, wie wir alle wissen, Hitze, die auf
einem Album für Funken und auf der Bühne für Ausbrüche
sorgt. Reibung verursacht auch das Zusammenspiel von vier ganz unterschiedlichen
Persönlichkeiten, die sich über ganz unterschiedliche
Backgrounds und musikalische Vorlieben definieren. Eine solche explosive
Chemie hätte vielleicht die eine oder andere Band schon im
Vorfeld zerschmettert, bei The Used führte sie zu starker tiefer
Freundschaft und dazu, dass das Line-Up unverändert ist und
damit auch der emotionale Impact. „Das Album aufzunehmen
war ein ziemliches Drama,“ lacht Drummer Branden rückblickend.
„Aber es gibt kein optimales Aufnahme-Umfeld, und ich
denke, das Album ist umso besser geworden, gerade weil es uns nicht
einfach so zugeflogen ist.“
Nun gut, die altbekannte Anstammung der Jungs im Über-Christentum
in Orem mag einer der Gründe für inkorporiertes Rebellentum
und dementsprechender Inkubation einer Rock-Revolution sein, aber
fragt man Bert McCracken nach den Ursachen seiner Auflehnung, dann
kommt da mehr als eine schwere Kindheit heraus. „Ich habe
schon immer gegen Konformitätsdruck rebelliert,“
gibt er zu Protokoll. „Nicht nur innerhalb der konservativen
Kultur in Utah. Ich habe gegen die Mormonen rebelliert, indem ich
andere Kirchen besucht habe. Ich habe gegen meine Eltern rebelliert,
indem ich mich weigerte, Fleisch zu essen. Ich habe gegen meine
Freunde und mich selbst rebelliert, indem ich Drogen nahm. Und rebelliere
gegen alles, was mich fertigmacht, indem ich mit den Jungs in dieser
Band gespielt habe.“
Kostproben der Songs gefällig? Bei Xtaster gibt's 3 Stücke
des Albums als Real-Stream:
1.
Take It Away
2.
I Caught Fire
3.
I'm A Fake
Das neue Video zu "Take it away" könnt ihr euch
hier ansehen:
Real
Player
Außerdem haben The Used hier
das Video zu dem Song "All I've Got" für jedermann
im Netz zugänglich gemacht.
Und das etwas ältere Video zu "The Taste of Ink"
gibt's noch obendrauf:
The
Taste Of Ink (Video)
Der Erfolg des ersten Albums führte definitiv dazu, dass The
Used der Enge ihrer heimatlichen Kleinstadt entfliehen konnten und,
mehr noch, der Enge ihrer eigenen Perspektivlosigkeit, die in Armut,
Obdachlosigkeit und – in Berts Fall – in der Drogenabhängigkeit
bestand. Damals wollten sie unbedingt raus aus Orem. „Weißt
Du, wenn Du über den Gartenzaun guckst, dann willst Du immer
rüber, weil Du glaubst, die Party da sei besser. Wir haben
uns immer gesagt, wir wollen raus, wir schaffen das,“ so
Quinn. Und Bassmann Howard ergänzt: „Wir haben nicht
mal daran gedacht, dass es schief gehen könnte.“
Seitdem ist eine Menge passiert. So hatten THE USED es bei Erscheinen
ihres Debüts gerade mal auf 20 Gigs in der Region gebracht
und gingen dann auf eine ausgiebige Tour, die zu mehr als 600 Gigs
führte, incl. Ozzfest, Vans Warped und Linkin Park Projekt
Revolution-Tour. Klar, dass sich das auf In Love And Death hörbar
niederschlägt. „Wir hätten das erste Album nicht
noch einmal schreiben können,“ so Branden. „Damals
hatten wir Hunger, versuchten in normalen Jobs über die Runden
zu kommen und konnten uns nicht mal Drumsticks oder Saiten kaufen.
Das war diesmal nicht das Problem, wir hatten wir es mit ganz andere
Erfahrungen und Herausforderungen zu tun.“
So wurde Berts, nun ja, unfreiwillige Angewohnheit, sich auf der
Bühne so zu verausgaben, dass er regelmäßig kotzen
musste, zu einem echten Problem, als seine Bauchspeicheldrüse
das nicht mehr mitmachte und er auf der Bühne kollabierte.
Gigs mussten abgesagt werden, das Schicksal von The Used hing sozusagen
an einem seidenen (Speichel-)Faden. Da denkt man dann schon einmal
länger nach: „Ich habe mich in den letzten Monaten
viel mit Tod und Leben auseinandergesetzt,“ erklärt
Bert. „Und ich hab festgestellt, dass der Moment das ist,
was zählt. Der Moment birgt jede Möglichkeit in sich:
Leben, Tod, Glück, Verzweiflung.“
Wie schon bei Vorgänger arbeiteten The Used auch auf In Love
And Death wieder mit Producer Feldman zusammen. „Wenn’s
nicht kaputt ist, reparier’s nicht“, so bringt
Branden es auf den Punkt. „Er kennt uns inzwischen wirklich
gut, und wir hatten beim ersten Mal viel Spaß miteinander.
Er war dabei, als wir musikalisch erwachsen wurden. Er kennt und
respektiert unseren Drang, Experimente einzugehen. Jeder von uns
hat versucht, sich selbst immer weiter nach vorn zu bringen.“
In Love And Death ist in seiner stilistischen Spannweite dementsprechend
noch vielfältiger als der Vorgänger. Da entdeckt man von
Garage über Neo-Metal über Punk und Pop bis hin zu undefinierbaren
Hybriden eine Unmenge an Ideen und Grenzüberschreitungen. Und
immer wieder ist es Berts ungreifbar kratzender Gesang, der den
Songs ihre aufgerissene Seele verleiht.
Quinn beschrieb Bert einmal als eine Mischung aus Mick Jagger und
einem Werwolf. Das liegt nicht so fern, bedenkt man, dass Bert am
liebsten nachts und im Mondlicht arbeitet und zu wahrlich wölfischem
Heulen neigt. Er hat ein gespaltenes Verhältnis zu Liebe, Licht
und Leben. Und doch hört man immer wieder so etwas wie einen
Schimmer Hoffnung heraus, dass eines Tages die Sonne aufgeht und
Bert sich ihr stellen kann.
Bis dahin sollte man In Love And Death ausgiebig genießen.
Ein The Used-Album heftig wie man es erwartet hat und sehr viel
tiefgreifender und vielfältiger als man hätte erwarten
können.
Trag dich ins Fanteam ein, sicher dir den limitierten Promostuff,
supporte The Used auf deinen Strassen und triff' die Band auf Tour!!!
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